15. Oktober 2026
Asmik Grigorian und Plácido Domingo erinnern in Jerewan an Gegham Grigorian
Ein Abend zwischen familiärer Erinnerung und internationaler Operngeschichte: Am 16. Oktober treten Asmik Grigorian und Plácido Domingo im Nationalen Akademischen Opern- und Balletttheater in Jerewan auf. Das Galakonzert ist dem 75. Geburtstag des armenischen Tenors Gegham Grigorian gewidmet, der 2016 starb. Für seine Tochter Asmik wird der Auftritt zu einer persönlichen Hommage an den Vater und Künstler.

Mainz/Jerewan - Wenn Asmik Grigorian am 16. Oktober in Jerewan gemeinsam mit Plácido Domingo auf der Bühne steht, verbindet das Konzert zwei Generationen der Oper mit dem Andenken an einen Sänger, dessen Karriere weit über Armenien hinausreichte. Gegham Grigorian, geboren 1951, gehörte zu den international profilierten armenischen Tenören. Anlässlich seines 75. Geburtstags versammelt das Nationale Akademische Opern- und Balletttheater Künstler, Weggefährten und Familienmitglieder zu einem Galaabend, der sein musikalisches Erbe in den Mittelpunkt stellt.
Die Verbindung zwischen Domingo und Gegham Grigorian reicht in die gemeinsame Bühnenarbeit zurück. Beide verbanden eine langjährige Freundschaft und gegenseitiger künstlerischer Respekt. Domingo ist deshalb nicht allein als internationaler Stargast eingeladen, sondern auch als persönlicher Weggefährte des verstorbenen Tenors. Für Asmik Grigorian hat der Abend eine besondere Bedeutung: Sie tritt erstmals gemeinsam mit Domingo auf derselben Bühne auf – mit einem Künstler, der ihren Vater über viele Jahre begleitet hat.
Neben Asmik Grigorian und Domingo wirken Barsegh Tumanyan, Hovhannes Ayvazyan, Liparit Avetisyan, Evgeny Nikitin, Tatiana Pavlovskaya und Irena Milkevičiūtė mit. Die musikalische Leitung übernimmt Vardan Grigorian, Geghams ältester Sohn. Das Konzert vereint damit die Familie des Sängers mit Kollegen und Künstlern, die unterschiedliche Kapitel seiner Laufbahn repräsentieren. Auf dem Programm stehen Werke des internationalen Opernrepertoires, aufgeführt mit Solisten, Chor und Symphonieorchester des Hauses.
Gegham Grigorian war auf bedeutenden Opernbühnen zu hören und prägte mit seiner Stimme und Bühnenpräsenz das internationale Bild armenischer Gesangskunst. Der Gedenkabend in Jerewan richtet den Blick deshalb nicht allein zurück. Bei einer Pressekonferenz am 14. Oktober regte Theaterdirektor Karen Durgaryan an, das Andenken an den Sänger langfristig durch einen internationalen Wettbewerb oder ein Festival in seinem Namen zu bewahren. Damit erhält das Konzert neben seiner familiären Dimension auch eine kulturpolitische Perspektive: Es geht um die Frage, wie eine Künstlergeneration ihr Wissen und ihre Tradition an jüngere Sänger weitergibt.
Am 16. Oktober steht in Jerewan somit nicht nur eine Begegnung zweier Opernstars auf dem Programm. Der Abend führt zurück zu einem Sänger, dessen künstlerische Spuren in seiner Familie, bei seinen Kollegen und in der armenischen Opernlandschaft weiterwirken.

