14. Oktober 2026
Benjamin Bernheim gibt sein Rollendebüt als Cavaradossi in Berlin
Mit Benjamin Bernheim übernimmt einer der gefragten lyrischen Tenöre seiner Generation erstmals die Partie des Mario Cavaradossi in Puccinis Tosca. An der Staatsoper Unter den Linden trifft er ab dem 25. Oktober auf Aleksandra Kurzak als Tosca und Davide Luciano als Scarpia. Alexander Soddy dirigiert die Staatskapelle Berlin.

Mainz/Berlin - Ein Maler, eine Sängerin und ein Polizeichef – in Giacomo Puccinis Tosca verdichtet sich ein politischer Konflikt zu einer persönlichen Tragödie. Mario Cavaradossi gerät als Unterstützer des entflohenen Gefangenen Angelotti ins Visier des Polizeichefs Scarpia. Dessen Macht reicht bis in Toscas intimste Entscheidungen. Als Cavaradossi gefangen genommen und gefoltert wird, muss Tosca zwischen ihrer Liebe und dem Versuch wählen, sein Leben zu retten.
Für Benjamin Bernheim markiert die Wiederaufnahme an der Staatsoper Unter den Linden einen neuen Schritt im Repertoire: Der französisch-schweizerische Tenor singt Cavaradossi erstmals auf der Bühne. Zuletzt war er in Berlin als Hoffmann in Offenbachs Les Contes d’Hoffmann zu erleben. Die Partie verbindet lyrische Linien mit dramatischer Zuspitzung. In „Recondita armonia“ zeigt sich die unbeschwerte Begeisterung des Malers, während „E lucevan le stelle“ im dritten Akt zum bewegenden Rückblick eines Todgeweihten auf seine verlorene Liebe wird. Bernheims Rollendebüt verlangt damit sowohl vokale Eleganz als auch die Fähigkeit, innere Konflikte unmittelbar hörbar zu machen.
An seiner Seite singt Aleksandra Kurzak die Titelrolle, Davide Luciano übernimmt den Scarpia. Am Pult der Staatskapelle Berlin steht Alexander Soddy. Die Inszenierung von Alvis Hermanis verlegt die Handlung in die Entstehungszeit der Oper um 1900 und gestaltet sie als psychologisch dichtes Kammerspiel. Die Bedrohung entsteht aus den unmittelbaren Begegnungen der Figuren und dem Machtgefälle, das Scarpia für seine Zwecke ausnutzt.
Die Wiederaufnahme findet am 25. Oktober 2026 statt; weitere Vorstellungen sind für den 28. und 31. Oktober sowie den 28. November und 2. Dezember angesetzt. Für Bernheim bedeutet die Partie eine Erweiterung seines italienischen Repertoires um eine der prägnantesten Tenorrollen des Opernrepertoires. In Cavaradossis letzter Arie verbindet Puccini die Erinnerung an die Liebe mit der Gewissheit des nahenden Todes – und verdichtet das politische Drama zu einem zutiefst persönlichen Abschied.

