19. Oktober 2026
Martha Argerich und Prokofjew: Ein Klavierkonzert unter Hochspannung
Ende Februar 2027 kehrt Martha Argerich zu den Berliner Philharmonikern zurück. Unter der Leitung von Lahav Shani spielt die Pianistin Sergej Prokofjews drittes Klavierkonzert – ein Werk voller rhythmischer Schärfe, virtuoser Läufe und abrupter Stimmungswechsel. Debussy und Mussorgsky rahmen den Abend mit zwei Orchesterwerken, die ganz unterschiedliche Klangwelten eröffnen.

Mainz/Berlin - Martha Argerich kehrt Ende Februar 2027 zu den Berliner Philharmonikern zurück. Vom 25. bis 27. Februar spielt die argentinische Pianistin Sergej Prokofjews Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26 unter der Leitung von Lahav Shani. Das Programm in der Berliner Philharmonie verbindet Debussys impressionistisches Prélude à l’après-midi d’un faune mit Prokofjews virtuosem Konzert und Mussorgskys Bilder einer Ausstellung in der Orchestrierung von Maurice Ravel.
Prokofjews 1921 uraufgeführtes Konzert lebt vom Kontrast zwischen lyrischer Melodik, scharf konturierten Rhythmen und virtuosen Ausbrüchen. Schon der erste Satz entfaltet sich aus einer Klarinettenmelodie, aus der das Klavier mit einer Folge beweglicher Variationen hervortritt. Im zweiten Satz wird ein Thema in mehreren Variationen verändert und zugespitzt, bevor das Finale den Dialog zwischen Solistin und Orchester mit wechselnden Tempi und prägnanten Akzenten vorantreibt. Das Klavier steht dabei nicht nur im Zentrum, sondern tritt dem Orchester als gleichberechtigter Partner gegenüber.
Argerichs Spiel ist für seine Energie, rhythmische Prägnanz und spontane Zuspitzung bekannt. Prokofjews Partitur bietet dafür reichlich Raum, verlangt aber mehr als technische Brillanz: Die virtuosen Passagen müssen sich in eine präzise Dramaturgie aus kantiger Bewegung und gesanglichen Momenten einfügen. Shani und die Berliner Philharmoniker gestalten dazu den orchestralen Gegenpart, dessen Farben und Impulse den Solopart nicht überdecken, sondern den musikalischen Dialog vorantreiben.
Den Abend eröffnet Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune. Schwebende Harmonien und flirrende Klangfarben schaffen eine Atmosphäre, in der sich musikalische Konturen ständig verändern. Nach der Pause folgt Mussorgskys Bilder einer Ausstellung. Maurice Ravels Orchestrierung überträgt die ursprünglich für Klavier komponierten Charakterstücke in ein vielgestaltiges Orchestergemälde – von der Hütte der Baba Jaga bis zum monumentalen „Großen Tor von Kiew“.
Die Programmfolge spannt einen Bogen von Debussys klanglicher Offenheit über Prokofjews rhythmische Energie bis zu Mussorgskys plastischen musikalischen Bildern. Die drei Werke setzen unterschiedliche Akzente, verbindet aber ihr ausgeprägter Sinn für Klangfarbe und Bewegung.
Die Konzerte beginnen am 25. und 26. Februar jeweils um 20 Uhr, am 27. Februar um 19 Uhr. Mit Argerich am Klavier, Lahav Shani am Pult und den Berliner Philharmonikern trifft ein virtuoses Solokonzert auf zwei markante Orchesterwerke. Prokofjews Drittes Klavierkonzert bildet dabei den Mittelpunkt eines Programms, in dem technische Brillanz erst im Zusammenspiel mit musikalischer Struktur und Ausdruck ihre volle Wirkung entfaltet.

