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14. Oktober 2026

Verdis „Aida“ als Marionettentheater in Triest

Im Teatro Verdi in Triest begegnet Giuseppe Verdis Aida einer historischen Theaterkunst: In La fiaba di Aida verkörpern die berühmten Marionetten von I Piccoli di Podrecca die Figuren der Oper, während junge Sänger ihre Stimmen leihen. Die einstündige Neufassung rückt die intime Tragödie hinter dem monumentalen Ägyptenbild in den Mittelpunkt.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Das Teatro Verdi Trieste
Das Teatro Verdi Trieste | © mit freundlicher Genehmigung des Teatro Verdi Trieste, Foto: Fabio Parenzan

Mainz/Triest - Triest zeigt Giuseppe Verdis Aida in ungewöhnlicher Gestalt: Vom 14. bis 23. Oktober 2026 bringt das Teatro Verdi mit La fiaba di Aida eine rund einstündige Fassung im kleinen Saal Victor de Sabata heraus. Die historischen Marionetten von I Piccoli di Podrecca verkörpern die Hauptfiguren, ein junges Gesangsensemble übernimmt die Partien. Aus der monumentalen Oper wird ein konzentriertes Musiktheater, das die Konflikte zwischen Liebe, Loyalität und politischer Pflicht in den Mittelpunkt rückt.

Die Geschichte bleibt tragisch: Aida, eine äthiopische Prinzessin in Gefangenschaft, liebt den ägyptischen Feldherrn Radamès. Doch ihre Gefühle geraten zwischen die Fronten des Krieges und ihre Loyalität zu ihrem Vater Amonasro. Zugleich liebt Amneris, die Tochter des Pharaos, Radamès. Was in der großen Oper durch Triumphmarsch, Chortableaus und monumentale Bühnenbilder Gestalt annimmt, verdichtet sich in Triest auf die Stimmen, die Bewegungen der Marionetten und die Erzählung von Roberto Petruzzelli.

Die musikalische Neufassung stammt von Paolo Facincani, die dramaturgische Einrichtung von Franco Damascelli. Die Regie führt Giacomo Segulia, die Produktion geht auf eine Idee von Paolo Valerio zurück. Iana Rata singt Aida, Zhou Xun übernimmt die Partie des Radamès, Jędrzej Suska ist Amonasro und Giulia Diomede Amneris. Stefano Furini wirkt als Konzertmeister. Der erfahrene Marionettenspieler Marino Ierman leitet das fünfköpfige Team, das die Figuren zum Leben erweckt. Die Produktion entstand in Koproduktion mit Il Rossetti – Teatro Stabile del Friuli Venezia Giulia.

Die Verbindung von Operngesang und Marionettenspiel knüpft an Triests eigene Theatergeschichte an. I Piccoli di Podrecca stehen seit 1914 für eine Kunstform, in der Musik und präzise geführte Gesten eng zusammengehören. In La fiaba di Aida entsteht die Bühnenwirkung nicht durch naturalistisches Spiel, sondern durch Bewegung, Stimme und die sichtbare Kunstfertigkeit der Puppenspieler. Verdis Tragödie erscheint so im kleineren Maßstab – und macht gerade dadurch die Nähe zwischen politischen Konflikten und persönlichem Leid sichtbar.